Lesungen und Performances - taz erscheint zu
Ehren von "Ulysses" ohne Nachrichten
James Joyce und
sein "Ulysses"-Roman standen am Mittwoch im Blickfeld der
Literaturliebhaber: Der 100. Jahrestag des literarischen "Bloomsday"
ist weltweit mit Lesungen und anderen Veranstaltungen wie
"Ulysses"-Verfilmungen oder "irischen Sauf- und Liebesliedern"
gefeiert worden. Tageszeitungen erschienen mit Sonderseiten.
"Ulysses" von James Joyce Im "Ulysses"
werden die Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen des
ungarischen Juden und Anzeigenmaklers Leopold Bloom, seiner
Frau Marion und die des jungen Stephen Dedalus am 16. Juni
1904 in Dublin in achtzehn epischen und dramatischen Szenen
vorgeführt, die ihrerseits zu bestimmten Abschnitten der
Odyssee in symbolhafte Beziehung gesetzt sind.
Bloomsday im nächtlichen Herz
Berlins Im Berliner
Künstlerhaus Tacheles wurde der Bloomsday (sogar noch bis zum
Samstag) bereits zum vierten Mal mit Lesungen und Performances
begangen.
Diesmal stand dabei die
"Nachtstadt" im Mittelpunkt analog zum Circe-Kapitel des Romans,
eine 200-seitige Gedankenexplosion als Dialog unzähliger Personen,
in dem Bloom sich in der Halbwelt der Nacht, der Spelunken und
Bordelle bewegt. Der Berliner Bloomsday lädt in das nächtliche Herz
Berlins ein, in die Oranienburger Straße, wo schon zu Mauerzeiten
der heimliche Treffpunkt der Huren und Freier war.